Für geschäftskritische Anwendungen zählt eine zuverlässige IT-Infrastruktur. Ausfälle können Prozesse unterbrechen und hohe Kosten verursachen. Deshalb spielen Resilienz, Redundanz und Verfügbarkeit bei der Wahl eines Rechenzentrums eine zentrale Rolle.
Die Rechenzentren verfügen über verschiedene Systeme, die den Betrieb bei Störungen und Ausfällen aufrechterhalten. Unternehmen benötigen jedoch verlässliche Kriterien, um die Infrastruktur für ihre geschäftskritischen Anwendungen zu bewerten.
Zwei etablierte Systeme helfen hierbei: die Tier-Klassifizierung des Uptime Institute und die Rated Levels nach ANSI/TIA-942. Beide bewerten setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
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Uptime Institute (UI) klassifiziert Rechenzentren in Tier I, II, III und IV. Im Mittelpunkt stehen Redundanz, Wartbarkeit, Fehlertoleranz und Verfügbarkeit der Infrastruktur.
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Die Telecommunications Industry Association (TIA) nutzt im Standard ANSI/TIA-942-C die Stufen Rated 1 bis 4. Der Standard definiert technische Anforderungen unter anderem für Architektur, physische Sicherheit, Telekommunikation sowie Stromversorgung und Kühlung.
Beide Klassifizierungen helfen Unternehmen, die Zuverlässigkeit eines Rechenzentrums einzuschätzen. Sie sollten jedoch nicht direkt miteinander gleichgesetzt werden.
Die vier Tier-Klassifizierung des Uptime Institute
Das Uptime Institute unterscheidet vier Tier-Level. Sie zeigen, wie resilient die physische Infrastruktur eines Data Centers ist.
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Tier I – Basic Capacity: Bietet die notwendige Grundversorgung, aber keine redundanten Komponenten. Wartungen oder technische Fehler können den Betrieb unterbrechen.
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Tier II – Redundant Capacity Components: Ergänzt redundante Komponenten für Stromversorgung und Kühlung. Ein einzelner Verteilungsweg bleibt jedoch bestehen.
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Tier III – Concurrently Maintainable: Ermöglicht geplante Wartungen, ohne den IT-Betrieb zu unterbrechen. Dafür sorgen redundante Komponenten und mehrere Verteilungswege. Ungeplante technische Ausfälle oder Bedienfehler können den Betrieb dennoch beeinträchtigen.
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Tier IV – Fault Tolerance: Tier IV ist die höchste Stufe. Neben der Wartbarkeit bietet die Infrastruktur Fault Tolerance. Der Ausfall einer einzelnen Komponente oder eines Verteilungswegs beeinträchtigt den IT-Betrieb nicht. Tier IV eignet sich deshalb besonders für geschäftskritische Anwendungen und Prozesse, bei denen bereits kurze Unterbrechungen erhebliche Folgen haben.
Die Tier-IV-Zertifizierung allein garantiert jedoch keinen durchgehend verfügbaren Service. Auch Netzwerk, Anwendungsarchitektur, Cybersecurity, Monitoring, Backup, Disaster Recovery und der operative Betrieb spielen eine wichtige Rolle.
Rated Levels nach ANSI/TIA-942
ANSI/TIA-942 unterscheidet von Rated 1 bis Rated 4 und definiert detaillierte technische Anforderungen an die Infrastruktur eines Rechenzentrums.
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Rated 1: Grundlegende Infrastruktur ohne wesentliche Redundanz.
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Rated 2: Zusätzliche redundante Komponenten, aber weiterhin ein einzelner Verteilungsweg.
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Rated 3: Geplante Wartungen sind ohne Unterbrechung der bereitgestellten ICT-Kapazitäten möglich.
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Rated 4: Die Infrastruktur ist fehlertolerant und kann einen einzelnen Ausfall ohne Downtime für den Endnutzer verkraften.
Die Einteilung ähnelt dem Tier-Modell, ist aber nicht damit gleichzusetzen.
Mehr als eine Rechenzentrum-Klassifizierung
Ein Tier- oder Rated-Level allein reicht für die Wahl eines Rechenzentrums nicht aus. Unternehmen sollten auch Sicherheit, Business Continuity, Disaster Recovery, Datenstandort und Nachhaltigkeit berücksichtigen.
Besonders bei geschäftskritischen Workloads entscheidet das Zusammenspiel dieser Faktoren. Auch eine hochklassifizierte Infrastruktur garantiert allein noch keinen durchgehend verfügbaren Service.
Rechenzentren für geschäftskritische Anwendungen
WIIT betreibt eigene Rechenzentren in Europa und unterstützt Unternehmen bei hohen Anforderungen an Verfügbarkeit, Sicherheit und Datensouveränität. Dazu gehören auch Tier-IV-zertifizierte Rechenzentren und geografisch redundante Infrastrukturen.
Managed Services, Backup sowie Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Lösungen ergänzen die physische Infrastruktur. So entsteht eine Umgebung für geschäftskritische Anwendungen, bei denen Ausfallsicherheit und kontinuierlicher Betrieb entscheidend sind.